Mit jeder neuen Bibelausgabe stellt sich die Frage, wozu diese angefertigt worden ist. Um es in drei Sätzen zu sagen: 1) Ich wollte eine Bibel haben, in welcher die sprachlichen Betonungen und Hinweisungen Gottes enthalten sind, also sozusagen nicht Luthers Fettdruck, sondern Gottes Fettdruck zu lesen ist. 2) Ich wollte eine Bibel haben, deren Grundtext und Übersetzung weder innere noch äußere Widersprüche und Fehler hat. 3) Ich wollte, so weit wie möglich, die Bibel haben, die dem Apostel Johannes seit der Fertigstellung des Neuen Testamentes vorlag. In Gottesfurcht und aus Liebe zu Gott sowie zu seinem heiligen Wort war dies mein Bemühen und Begehren.
Die alexandrinische Textklasse Die Handschriften der alexandrinischen Textklasse sind durch zwei Eigenschaften gekennzeichnet: Ihre Texte sind kürzer und weichen oft derart voneinander ab, dass etliche ihrer Lesarten keine Abschreibfehler sein können, sondern durch bewusste Abänderungen entstanden sein müssen. Ihre zwei Hauptzeugen sind der Codex Sinaiticus und Vaticanus. Gemäß der Ausarbeitung in „Codex B and it’s allies“ von H. C. Hoskier haben diese beiden Codizes allein in den vier Evangelien 3000 Unterschiede zueinander und gemäß der Ausarbeitung „The revision revised“ von John William Burgon ist es insgesamt einfacher, zwei aufeinanderfolgende Verse zu finden, in denen sich diese beiden Handschriften voneinander unterscheiden, als zwei aufeinanderfolgende Verse, in welchen sie gänzlich übereinstimmen. Gemäß der Faktenlage ist es offensichtlich, dass die meisten alexandrinischen Handschriften derart miserable Abschriften und manipuliert worden sind, dass sie kaum für eine seriöse Rekonstruktion des Originaltextes gebraucht werden können.
Die bibelkritischen Texte (Nestle-Aland) Der Nestle-Aland-Text, der identisch mit dem United-Bible-Societies-Text ist, wurde abgelehnt, weil dieser auf wenigen Handschriften der alexandrinischen Textklasse beruht, die ständig voneinander abweichen und auch etliche nachweisliche Fehler enthalten. Erschreckenderweise hat Bruce Metzger, ein langjähriger Herausgeber des Nestle-Aland, zugegeben, dass sie in Lukas 4:44 absichtlich die Lesart gewählt haben, die im Widerspruch zu Markus 1:39 ist, weil sie Fehler und Widersprüche begünstigt haben. Bei der Rekonstruktion des Nestle-Aland-Textes wurden 1) kürzere Lesarten bevorzugt, 2) schwierigere Lesarten, besonders welche fehlerhafte Aussagen enthalten, bevorzugt, 3) Theorien der Literarkritik verwendet und 4) eklektische Methoden verwendet, sodass er etwa 100 ahistorische Lesarten enthält, die in keinem bekannten Textzeugen zu finden sind. Die bibelkritischen Fassungen der Septuaginta, sei es die von Ralphs oder andere, haben dieselben Fehler wie der Nestle-Aland-Text, weshalb ich auch diese abgelehnt habe. So steht in ihnen die fehlerhafte Aussage, dass Methusala die Sintflut überlebt habe. Offenkundig sind die bibelkritischen Fassungen, insbesondere der Nestle-Aland-Text, pseudo-wissenschaftliche Kunstgriffe, um die Autorität und Vertrauenswürdigkeit der Heiligen Bibel zu untergraben.Der Masoretische Text Der Masoretische Text wurde abgelehnt, weil dieser etliche nachweisliche Fehler, bspw. in 1.Mose 49:10, Josua 15:21-32, Richter 20:15,35,46f, und Widersprüche, bspw. in 2.Könige 24:8 zu 2.Chronik 36:9 und in 2.Könige 8:26 zu 2.Chronik 22:2, und auch Widersprüche zum Neuen Testament enthält. In einer Qumranrolle, der Septuaginta und der Vetus Latina steht in 5.Mose 32:43 die Prophetie, dass alle Engel dem Herrn Jesus huldigen werden, wie es in Hebräer 1:6 zitiert wird, doch im Masoretischen Text ist diese Prophetie nicht enthalten, womit dieser offenkundig von Gott inspirierte Aussagen ausgelassen hat und keine treue Wiedergabe des Originaltextes sein kann. Leider ist es so, dass viele Stellen, die in der Septuaginta klare Prophetien über Jesus sind, im Masoretischen Text dunkel und entstellt erscheinen.
Der Textus Receptus Der Textus Receptus ist zur Zeit der Reformation erstellt worden und basiert auf wenigen und relativ jungen Handschriften des byzantinischen Texttyps. Er ist eigentlich ein guter Grundtext für das Neue Testament. Doch alle seine damaligen Rekonstrukteure, sei es Erasmus oder Stephanus oder anderer, haben ihre Rekonstruktion mit zunehmender Anzahl an bekannten Textzeugen verbessert. So haben die Übersetzer der King-James-Bibel nicht genau denselben Grundtext wie Luther benutzt. Es wurde vierhundert Jahre lang um Details gerungen und eben dieses Ringen, welches im byzantinischen Text seine Fortsetzung findet, darf nicht einfach aufhören. Wenn man fernerhin Matthäus 10:9f mit den Parallelstellen Markus 6:8 und Lukas 9:3 vergleicht, so wird ersichtlich, dass der Textus Receptus nicht fehlerfrei ist und gewiss einer Ausbesserung bedarf. Auch ist er stellenweise ahistorisch, da in allen griechischen Textzeugen in Offenbarung 22:19 „Gehölz des Lebens“ steht, und in keiner so wie im Textus Receptus „Buch des Lebens“.
Kommunikative Übersetzungen Die kommunikative Übersetzungsmethodik wird auch als dynamisch-äquivalent oder wirkungstreu bezeichnet. Die angeblichen Ziele sind es, den Text so zu vermitteln, dass er direkt verstanden wird, und beim Leser dieselbe Wirkung zu erzielen wie beim damaligen Leser des Originaltextes. Die von kommunikativen Übersetzungen verwendeten Übersetzungsrichtlinien sind jedoch meistens so gewählt, dass das Resultat in vielerlei Hinsicht weder sinngemäß korrekt noch wirkungstreu ist. Im Geistlichen wird die Wirkung nämlich durch den Heiligen Geist erzeugt, wenn er gewisse Wahrheiten ins Herz einführt. Aber viele den Liberal-Theologen unliebsame Wahrheiten werden in ihren Übersetzungen abgeändert, angeblich um die seelische Äquivalenz zu wahren. Im Seelischen hängt die Wirkung jedoch von so vielen Faktoren ab, sodass diese in den meisten Fällen auf haltlosen und willkürlichen Spekulationen beruhen. Dies wird auch durch die Abweichungen der kommunikativen Übersetzungen voneinander bestätigt. Nehmen wir ein Beispiel: Damals war Polygamie nichts Unnormales, heutzutage schon. Um also dieselbe seelische Wirkung zu erzielen, müsste man die zugehörigen Bibelstellen verschärfen. Doch dies tut keine der pseudo-wirkungstreuen Übersetzungen, wodurch solche offenkundig doch nur zur bibelkritischen Verwässerung der Bibel dienen. Diese kommunikativen Übersetzungen weichen an so vielen Stellen sinngemäß voneinander ab, sodass das inspirierte Wort Gottes durch sie offenbar häufig verändert wird und man an diesen Stellen kaum oder nicht mehr Gottes Anweisungen verstehen kann, sondern stattdessen die oftmals fehlerhafte Interpretation des Übersetzers direkt versteht.
Philologische Übersetzungsmethode Die philologische Methode, welche auch wortgetreu genannt wird, gibt den Sinn des Textes korrekt wieder. An ihr ist eigentlich nichts auszusetzen, bis auf diesen einen Mangel: sie gibt den inspirierten Text nicht genauer wieder. Und so gibt es inspirierte Eigenschaften des Originals, wie z.B. Betonungen, welche in solchen Übersetzungen oft fehlen. Der Grundtext der FBÜ Der Grundtext für das Neue Testament ist „The New Testament in the Original Greek - Byzantine Textform 2018“ von Robinson und Pierpont. Der gewählte Grundtext von Robinson und Pierpont hat keine nachweislichen Fehler oder Widersprüche, hat keine ahistorischen Stellen und basiert auf Hunderten von Handschriften, die sich über die Jahrhunderte hinweg durch ihren bewahrenden Charakter auszeichneten. Da die Prophetien der Bibel kein Zufallsprodukt aus Menschenhand sein können, muss die Bibel göttlich inspiriert und somit ursprünglich fehlerlos sein. Der Grundtext für das Alte Testament ist eine eigene Rekonstruktion auf Basis des Textzeugen-Apparates aus „Vetus Testamentum Graecum cum variis Lectionibus“ von Holmes und Parsons und der Göttinger Septuaginta. Nur die byzantinische Fassung der Septuaginta hat keine Widersprüche zwischen den alttestamentlichen Passagen und den neutestamentlichen Zitaten derselben und hat keine nachweislichen Fehler. Obgleich die Forschung hier noch in ihren Kindsschuhen steckt, so ist der für die FBÜ verwendete Grundtext des Alten Testamentes dennoch gut.Die Übersetzungsweise der FBÜ Der Übersetzungsstil der FBÜ ist inspirationsbewahrend, was bedeutet, dass die von Gott inspirierten Eigenschaften, insoweit sie erkannt worden sind, bei der Übersetzung bewahrt wurden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass das Wort Gottes nicht gekürzt, verwässert, mit Menschenworten ersetzt oder mit Menschenworten erweitert wird. Wer nun den griechischen Grundtext, insbesondere der Evangelien, liest, wird viele für den Griechen befremdliche Eigenheiten wahrnehmen, sei es der Gebrauch des Artikels, seien es die Partizipialkonstruktionen, seien es die gehäuften Betonungen, seien es die zahlreichen Hebraismen, weshalb es aufgrund der Inspirationstreue in der FBÜ viele für den Deutschen befremdliche Eigenheiten gibt. Des Weiteren werden auch die drei Befehlsgrade unterschieden: modaler Futur (du musst dies tun), Imperativ (tue dies) und Konjunktiv (du sollst dies tun).
Abschließend möchte ich bemerken, dass alle echte Bibeln das Evangelium enthalten, welches die Kraft hat, denen das Leben in Christus zu vermitteln, die es gläubig annehmen, aber dass dennoch viele Bibelübersetzungen systematisch das Gift der Bibelkritik enthalten, wodurch sie mit demselben Text die Autorität der Heiligen Schrift untergraben. Meine Hoffnung und mein Gebet ist es, mit der FBÜ einen fruchtbringenden Beitrag geleistet zu haben, dass so mancher seinen Willen Christus übergibt, das inspirierte Wort Gottes besser versteht und somit Gott wohlgefälliger leben kann.
Die Kapitel und Verse sind meistens gemäß der traditionellen Einteilung gesetzt. In dem Fußnotenapparat werden Abweichungen der Verseinteilung zum Textus Receptus und zum Masoretischen Text angegeben, ebenso alternative Lesarten des Grundtextes, alternative Übersetzungen und Hinweise zum Grundtext, welche das Verständnis fördern. In dem Randapparat werden die zu den im Text stehenden Sternzeichen zugehörigen Kapitel und Verse angegeben. Eingerückte Versangaben beziehen sich auf eine Zeile oberhalb.
Kapitelzählung 1. Könige Im MT fehlt das 3. Kapitel der LXX 3-19 MT = 4-20 LXX 20 MT = 22 LXX 21 MT = 21 LXX 22 MT = 23 LXX Esther Im MT fehlt das 1., 6. und 11. Kapitel der LXX 1-4 MT = 2-5 LXX 5-8 MT = 7-10 LXX 9,10 MT = 12,13 LXX Psalmen 9,10 MT = 9 LXX 11-113 MT = 10-112 LXX 114,115 MT = 113 LXX 116 MT = 114,115 LXX 117-146 = 116-145 LXX 147 MT = 146,147 LXX Sprüche 24a MT = 24 LXX 24b MT = 25b LXX 25-29 MT = 27-31 LXX 30a MT = 25a LXX 30b MT = 26a LXX 31a MT = 26b LXX 31b MT = 32 LXX Jeremia 26-44 MT = 33-51 LXX 46 MT = 26 LXX 47 MT = 29 LXX 48 MT = 31 LXX 49 MT = 30 LXX 50,51 MT = 27,28 LXX
Abkürzungsverzeichnis a.L. & andere Leseart; das heißt, der griechische Text ist an dieser Stelle nicht eindeutig gesichert, sondern es ist möglich, dass er der angegebenen alternativen Leseart entspricht. v.L. & variante Leseart; das ist eine andere Leseart für den ganzen Vers. o. & oder; das heißt, ein und derselbe Sinn des griechischen Textes wird mit anderen deutschen Worten wiedergegeben. a.Ü. & andere Übersetzung; das heißt, der griechische Text ist mehrdeutig und kann auch die alternative Übersetzung ausdrücken. w. & wörtlich üw. & überwörtlich gr. & griechisch d.i. & das ist d.h. & das heißt eig. & eigentlich s.a.f. & so auch im Folgenden bes. & besonders bzw. & beziehungsweise bspw. & beispielsweise u.a. & unter anderem vgl. & vergleiche f & folgend; d.h. bei Versangaben ist auch der folgende Vers betroffen. MT & Masoretischer Text LXX & Septuaginta Wenn in einer Fußnote als alternative Leseart ein Strich „-“ vorkommt, so bedeutet dies, dass der betroffene Text in der alternativen Leseart fehlt.
Diese zweite Auflage enthält einige Verbesserungen zu der ersten, welche in „Errata zur FBÜ“ nachgelesen werden können.